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Facebook im Jahr 2019 - Florian Litterst über Messenger-Marketing und Untergangs-Prophezeiungen

#INTERVIEW

Mar 27, 2019

F

lorian Litterst zählt zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Online-Marketing-Community und gilt als einer der größten Experten in Sachen Facebook-Marketing. Auf seinem Blog adsventure.de veröffentlicht er spannende News, Tipps und Praxis-Guides rund um das Thema Facebook-Advertising und spricht regelmäßig auf Events wie dem OMR Festival und dem Facebook Ads Camp. Ich hatte kürzlich die Gelegenheit mit ihm über aktuelle Trends und Entwicklungen in Sachen Facebook Marketing zu sprechen. 

Du giltst als einer DER deutschen Facebook Experten - Was ist deiner Meinung nach das derzeit spannendste Werbeformat im Facebook-Kosmos und warum?

Florian: Vielen Dank für das nette Intro! Bei all den Möglichkeiten fällt es mir gar nicht so leicht, “das eine, spannendste” Format zu nennen. An Facebooks Werbekosmos finde ich grundsätzlich interessant, dass es für so ziemlich jede Zielsetzung im digitalen Marketing ein passendes Kampagnenziel und Anzeigenformat gilt. Wenn wir das auf verschiedene Verticals herunterbrechen, sind da für E-Commerce natürlich Dynamic Ads - egal ob für Retargeting oder Prospecting (heißt: Neukundenansprache) - super spannend. Wer seinen Datenfeed und Katalog sauber aufsetzt, hat alleine mit diesem Instrument enorm viele Möglichkeiten. Ein Tipp: Überspielt nicht nur weiße, freigestellte Produktbilder in euren Feed, sondern nutzt “Lifestyle”-Bilder oder noch besser User-generated Content. Ebenfalls für E-Commerce spannend sind Collection Ads bzw. Instant Experiences (hier gefällt mir aktuell insbesondere das “Instant Lookbook” sehr gut). Für Leadgenerierungs-Ziele können Lead Ads bzw. Instant Forms (wie diese neuerdings heißen) sehr spannend sein. Wichtig ist, dass jeder Werbetreibende hier regelmäßig testet und experimentiert. Denn was heute funktioniert, muss morgen nicht mehr funktionieren. 


Zurzeit versprechen ja viele „Marketing-Coaches“ enorme Ergebnisse mit Messenger-Marketing. Ist da wirklich etwas dran oder handelt es sich eher um eine Masche, um teure Online-Kurse zu verkaufen?

Florian: Messenger Kampagnen stecken zwar noch in den Kinderschuhen, können aber auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung im Kampagnen-Mix bzw. beim “horizontalen” Skalieren eines Accounts sein. Besonders zu Events wie Black Friday kann man damit interessante Konzepte entwickeln (“Trage dich in unsere VIP-Messenger-Liste ein und erfahre als Erstes, wenn der Deal startet”). Der Messenger wird sicher auch weiter an Relevanz gewinnen, ich persönlich würde allerdings nicht alles auf diese Karte setzen. Denn schon die Oma wusste: nie alle Eier in einen Korb legen!

Florian Litterst beim OMR Festival 2017


Mit der „Social Media Advertising Community - Facebook Ads & Co.“ hast du eine der größten Facebook-Gruppen dieser Art in Deutschland aufgebaut. Welche Relevanz haben Facebook-Gruppen im Jahr 2019 und wie schafft man es, diese gezielt aufzubauen? 

Florian: Viele Unternehmen glauben, dass Gruppen der neue Heilsbringer für organische Reichweite auf Facebook bedeuten. Doch ganz so einfach ist das nicht. Wer es nicht schafft, einen Mehrwert innerhalb einer Gruppe für die Community zu generieren, wird auch mit seiner Gruppe voraussichtlich keinen Erfolg haben. Schließlich sind Gruppen keine Litfasssäule, an der “plump” eigene Werbebotschaften platziert werden können. Wer hingegen eine aktive Community aufbaut und einen Ort schafft, von dem die Mitglieder profitieren, kann davon sicher profitieren - auch als Brand. Wie man mit Facebook Ads eine Gruppe aufbaut, hat Jakob Strehlow ausführlich in diesem Artikel beschrieben.


Sowohl Facebook als auch Instagram und WhatsApp unterliegen dem ständigen Wandel. So sagte Mark Zuckerberg kürzlich, man plane die Messenger von Facebook, Instagram und WhatsApp zu kombinieren. Welche Auswirkungen hat das für Werbetreibende?

Florian: Welche konkreten Auswirkungen das auf Werbetreibende hat, kann heute nur spekuliert werden. Voraussichtlich wird die Ausspielung von (möglichen) Anzeigen innerhalb der Messenger-Apps “vereinheitlicht”, was das Einbuchen von Kampagnen vereinfacht. 


Zum Abschluss noch eine Frage zur Zukunft von Facebook: Rachel Botsman sagte vor Kurzem: „Die Marke Facebook stirbt. Sie wird in fünf Jahren das neue Myspace sein“. Wie stehst du zu dem häufig prophezeiten Untergang der Plattform?

Florian: Klar ist, dass die letzten Monate bzw. das letzte Jahr nicht einfach für die Marke “Facebook” waren. Und klar ist auch, dass ein großer Teil der Kritik absolut berechtigt war und ist. Facebook muss besser werden und Facebook muss sich (und die eigenen Geschäftspraktiken) ändern. Allerdings unterliegt die Facebook Plattform schon immer einem ständigen Wandel. Und neben der “blauen App” stecken hinter dem Konzern Facebook ja noch so Schwergewichte wie Instagram oder WhatsApp. Untergangs-Prophezeiung klicken sich einfach so verdammt gut…

Vielen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, und weiterhin viel Erfolg!


Wen ihr mehr über Florian Litterst erfahren wollt, schaut doch mal bei seinen Kanälen vorbei!👇👇

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Über den Autor

Lars Schwab

Lars Schwab berät Unternehmen in ganz Deutschland in Sachen Digital-Marketing. Er konzentriert sich hierbei insbesondere auf die Schnittmenge zwischen Performance-Marketing und Content-Creation.

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