Gary Vaynerchuk gary vee regeln des Erfolgs

Snapchat ist Tot. Oder doch nicht? Für wen sich Snapchat Marketing 2019 noch lohnt

#SOCIALMEDIA

Mar 10, 2019

Snapchat ist … 

  • tot
  • down
  • out
  • unnötig

Nein, dies ist nicht meine Meinung, sondern die ersten Suchvorschläge von Google – Nicht unbedingt motivierend für Marketer. Wie es zu einer solch negativen Stimmung kommen konnte, ist schnell erzählt:

Snapchat wurde durch die Möglichkeit, Postings nicht dauerhaft einem Feed hinzufügen zu müssen, sondern Stories, die nach 24h automatisch wieder verschwinden, erstellen zu können, einzigartig. Dies änderte sich mit der Einführung ähnlicher bzw. gleicher Funktionen auf den Plattformen des Facebook Konzerns: Im Sommer 2016 wurden erstmals Instagram-Stories möglich und knapp ein Jahr später kam die Funktion dann auch zu Facebook. Gleichzeitig wurde der WhatsApp-Status so modifiziert, dass es sich seitdem hierbei de facto um nichts anderes als eine Story-Funktion handelt. 

Ergebnis: Seit 2017 stagnieren die Nutzerzahlen.

Quelle: Statista

Wozu also überhaupt noch Snapchat nutzen und darüber werben?

Trotz dieser Ausgangssituation sehen wir weiterhin Potenzial im Snapchat-Marketing!

Deswegen haben wir für euch zusammengefasst, für wen Snapchat weiterhin eine tolle Ergänzung im Marketing-Mix sein kann:

#1 Für die, die Zahlen realistisch einschätzen

Ja, die Online-Welt ist hektisch und schnelllebig. Und ja, je größer der Hype um etwas ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Hype auch schnell wieder vorbei geht. Dementsprechend ist es verständlich, dass viele Leute (auch Experten) einer App wie Snapchat, die so schnell so erfolgreich wurde, direkt das Ende prophezeien, wenn die Nutzerzahlen nicht weiter steigen oder gar ein wenig rückläufig sind.

Aber dennoch sollte man auf dem Boden der Tatsachen bleiben: Snapchat hat immer noch circa 4-6 Millionen täglich aktive Nutzer in Deutschland und ist damit weiterhin Teil der „Königsklasse“ im Social Media Bereich. Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2018 kam zu folgendem Ergebnis: 4 Millionen täglich aktive Snapchat-Nutzer – 600 Tausend täglich aktive Twitter-Nutzer. Das spricht für sich, oder?

Auch bleibt festzuhalten: die Nutzerzahlen sind keinesfalls dramatisch eingestürzt, sondern schlicht etwas abgeflacht, aber nun wieder ziemlich konstant.

Snapchat als tot zu bezeichnen, ist also maßlos übertrieben und schlichtweg falsch.

#2 Für die, die eine junge, weibliche Zielgruppe ereichen wollen

Die Nutzer von keinem anderen sozialen Netzwerk sind im Durchschnitt so jung, wie die von Snapchat. Zusätzlich ist auch insbesondere die weibliche Zielgruppe bei Snapchat vertreten - Weltweit sind die Nutzer, je nach Quelle, zu circa 60-70% weiblich.

Daraus ergibt sich natürlich die offensichtliche Möglichkeit, Snapchat vor allem für Produkte und Marken als Werbeträger zu verwenden, die sich an die junge, weibliche Zielgruppe richten. Durch diese Nutzer hat Snapchat weiterhin das Image, besonders jung, hip und einfach „cool“ zu sein. Aus diesem Grund zeigt sich, dass allein die Tatsache, auf Snapchat aktiv zu sein, ein Unternehmen jünger und attraktiver wirken lässt, selbst wenn kein großes Budget in Ads investiert wird, sondern Content veröffentlicht wird, der für diese spezielle Zielgruppe relevant ist. Ein tolles Beispiel dafür liefert Thyssenkrupp im Bereich Azubi-Marketing im Jahr 2018: Ein Team aus ausgewählten Azubis bekommt die Kontrolle über den Snapchat Account und postet regelmäßig über Ereignisse während der Ausbildung, macht Bilder von Seminaren oder Messen und zeigt so den jungen Leuten die Attraktivität des Ausbildungsprogramms. Die im Kopf von Millenials wohl eher angestaubte Marke Thyssenkrupp wird so zu einem modernen potenziellen Arbeitgeber.

Es zeigt sich: Nicht nur Kosmetikhersteller oder Modemagazine sind für Snapchat relevant, sondern manchmal auch ganz traditionelle Unternehmen, die an ihrem Image arbeiten wollen.

#3 Für die, die Snapchat als "Versuchsplattform" schätzen

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Snapchat besonders innovativ ist in Bezug auf neue, kreative Funktionen und Möglichkeiten. Und diese werden dann oft später von den „Großen“ übernommen (insbesondere die Story-Funktion wurde mehrfach kopiert, aber auch z.B. Filter mit 3D Animationen gab es zunächst bei Snapchat). Hier ist anzunehmen, dass auch in Zukunft wieder Funktionen, die sich bei Snapchat als erfolgversprechend zeigen, von den anderen sozialen Netzwerken übernommen werden. Hier kann man also Erfahrungsvorsprung gewinnen. Insbesondere im Bereich Event-Marketing bietet Snapchat schon länger tolle Möglichkeiten: Beispielsweise durch die Geo-Filter bietet sich die Option, Besuchern eines bestimmten Geländes spezifische Inhalte anzuzeigen. Wer hier auf Snapchat Erfahrungen sammelt, ist umso erfolgreicher auf Instagram und Facebook, sobald sich solche Funktionen auch dort durchsetzen. Ein weiteres Beispiel für ein innovatives Format sind die Shoppable Ads, die Snapchat 2018 einführte: Hier kann ein Set von Produkten gemeinsam dargestellt werden, wodurch der User die Möglichkeit bekommt, durch Antippen direkt Produktdetails abzurufen, ohne auf eine externe Seite zu wechseln.

Im September 2018 führte Snapchat die "Shoppable Ads" ein

Aber nicht nur was Werbeformate angeht, sondern auch in Bezug auf die Werbeinhalte und Botschaften, kann man bei Snapchat eher experimentierfreudig sein. Denn nicht nur Snapchat selbst, sondern auch die Nutzer sind tendenziell eher offen und an Neuem interessiert. Außerdem sind Inhalte auf Snapchat nicht so ernst wie z. B. auf Facebook. Auch wird weniger von Unternehmen erwartet, durchgängig höchste Seriosität zu wahren. Provokativere, experimentellere Werbebotschaften können also erstmal einem tendenziell kleineren und interessierterem Snapchat-Publikum präsentiert werden, bevor man sie dem kritischeren Facebook-Publikum zeigt. So wird einerseits das Risiko von Shitstorms minimiert und gleichzeitig kann sich das Social Media Team etwas ungezwungener ausleben und kreative Ideen austesten!

Fazit

Snapchat kann selbstverständlich nicht genauso wichtig sein wie die reichweiten-stärkeren Plattformen Facebook und Instagram. Man sollte sich des Risikos bewusst sein, dass Snapchat weiterhin damit zu kämpfen hat, relevant für die Nutzer zu bleiben. 

Aber gleichzeitig bedarf es keiner riesigen Investitionen, Snapchat einfach mal auszuprobieren! Niemand sollte Snapchat unterschätzen, nur weil die Nutzerzahlen nicht mehr weiter in astronomische Höhen schießen. Wer realistisch bleibt, kreativ ist und eine Snapchat-affine Zielgruppe im Visier hat, dem ist auch 2019 noch guten Gewissens diese Social Media Plattform zu empfehlen!

Ich würde mich freuen, wenn Du diesen Artikel teilen würdest!

Über den Autor

Lars Schwab

Lars Schwab berät Unternehmen in ganz Deutschland in Sachen Digital-Marketing. Er konzentriert sich hierbei insbesondere auf die Schnittmenge zwischen Performance-Marketing und Content-Creation.

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